Maschinengewindebohrer – Präzision für jeden Werkstoff und jede Anwendung
Hochwertige Maschinengewindebohrer für jeden Werkstoff. Von Baustahl bis Edelstahl – mit dem LUBERO Farbring-System finden Sie in Sekunden das richtige Werkzeug für Ihre Anwendung. Sechs farbcodierte Typen decken über 80 % aller Schneidaufgaben ab: werkstoffoptimierte Beschichtungen, abgestimmte Schneidegeometrien und Schnellarbeitsstahlgüten von HSS-E bis HSS-PM.
Darüber hinaus bietet Lubero ein umfassendes Sortiment an Sondervarianten: Linksgewinde, Über- und Untermaß, extra-lange Ausführungen, Innenkühlung, Einsatz- und Kombigewindebohrer – in über 12 Gewindenormen, ab Lager. Deutscher Hersteller seit 1926.
Das LUBERO Farbring-System – Schnelle Werkzeugauswahl nach Werkstoff
Das Farbring-System ist das Herzstück der Lubero Maschinengewindebohrer. Sechs Farben am Werkzeugschaft kennzeichnen sechs werkstoffoptimierte Typen – jeder mit einer eigenen Kombination aus Schneidstoff, Beschichtung und Schneidegeometrie. So erkennen Sie auf den ersten Blick, welcher Maschinengewindebohrer für Ihren Werkstoff ausgelegt ist, ohne Kataloge zu wälzen oder Bestellnummern zu vergleichen.
Über 80 Prozent aller Gewindeschneidaufgaben in der industriellen Fertigung lassen sich mit diesen sechs Typen abdecken. Für die verbleibenden 20 Prozent – Sonderwerkstoffe, nicht genormte Gewinde oder besondere Einsatzbedingungen – bietet Lubero darüber hinaus ein breites Programm an Sondervarianten und individuelle Sonderanfertigungen.
Maschinengewindebohrer mit Farbsystem – echte Heldenwerkzeuge
Typ Multi – Violettring | TiAlN-beschichtet für universellen Einsatz
TiAlN beschichtet
Der Maschinengewindebohrer Typ Multi ist der vielseitigste Vertreter im Lubero Farbring-System. Seine Titan-Aluminium-Nitrid-Beschichtung (TiAlN) bietet eine außergewöhnliche Kombination aus Härte und Temperaturbeständigkeit, die ihn für ein breites Werkstoffspektrum einsetzbar macht – von Stahl über Edelstahl bis hin zu Messing, Bronze und Aluminium.
Die TiAlN-Beschichtung erreicht eine Härte von bis zu 3.400 HV bei einer Schichtdicke von nur 1–3 µm und widersteht Temperaturen bis 900 °C. Je nach Werkstoff kann sie die Standzeit des Gewindebohrers gegenüber einer unbeschichteten Ausführung um ein Vielfaches erhöhen. Der Grundkörper besteht aus HSS-PM (pulvermetallurgischer Schnellarbeitsstahl), der durch seine feine, gleichmäßige Karbidverteilung eine hohe Zähigkeit und Verschleißfestigkeit bietet.
Empfehlung: Der Typ Multi eignet sich besonders für Anwendungen, bei denen unterschiedliche Werkstoffe mit einem Werkzeugtyp bearbeitet werden sollen – etwa in der Lohnfertigung oder bei häufig wechselnden Aufträgen. Erkennbar am violetten Ring am Schaft.
Typ UNI – Grünring | Für Normalstähle bis 1.200 N/mm²
TiN beschichtet
Der Typ UNI ist der meistverwendete Maschinengewindebohrer im Lubero Sortiment und deckt den Großteil aller Anwendungen in unlegierten und niedriglegierten Stählen ab. Er ist in zwei Varianten erhältlich: als blanke Ausführung für Stähle bis ca. 900 N/mm² Zugfestigkeit und als TiN-beschichtete Variante für Stähle bis 1.200 N/mm². Beide Varianten sind am grünen Ring am Schaft erkennbar.
Die TiN-Beschichtung (Titannitrid) erreicht eine Härte von ca. 2.700 HV bei einer Schichtdicke von 2–4 µm und ist temperaturbeständig bis ca. 600 °C. Sie reduziert den Reibungskoeffizienten zwischen Werkzeug und Werkstück deutlich, was die Neigung zu Kaltaufschweißungen verringert und höhere Schnittgeschwindigkeiten ermöglicht. Die blanke Variante eignet sich für Standardanwendungen, bei denen keine erhöhten Anforderungen an Standzeit oder Schnittgeschwindigkeit bestehen.
Empfehlung: Der Typ UNI ist die wirtschaftliche Standardlösung für den allgemeinen Maschinenbau – Baustähle, Automatenstähle und allgemeine Konstruktionsstähle. Für höhere Festigkeiten oder Edelstahl greifen Sie zum Typ VG oder VA.
Typ ALU – Gelbring | CrN-beschichtet für Aluminium-Legierungen
CrN beschichtet
Der Typ ALU ist speziell für das Gewindeschneiden in langspanenden Aluminium-Legierungen ausgelegt. Seine silbergraue Chromnitrid-Beschichtung (CrN) verhindert das Aufkleben von Aluminiumspänen auf die Schneidkanten – ein häufiges Problem bei der Aluminiumbearbeitung, das zu Aufbauschneiden und schlechten Gewindeoberflächen führt.
Die CrN-Beschichtung wird bei einer niedrigen Prozesstemperatur von ca. 200 °C aufgebracht, was den Grundkörper des Werkzeugs nicht thermisch belastet. Sie erreicht eine Härte von ca. 2.000 HV und ist temperaturbeständig bis ca. 800 °C. In Kombination mit einer speziell angepassten Schneidegeometrie – größere Spanwinkel und polierte Spannuten für verbesserten Spanfluss – erzeugt der Typ ALU saubere Gewinde in Aluminium-Knet- und Gusslegierungen mit Zugfestigkeiten bis ca. 600 N/mm².
Empfehlung: Wer regelmäßig Gewinde in Aluminium schneidet, erzielt mit dem Typ ALU deutlich bessere Ergebnisse als mit einem universellen Werkzeug. Die CrN-Beschichtung und die angepasste Geometrie machen den Unterschied. Erkennbar am gelben Ring.
Typ VG – Rotring | Spezielle Schneidegeometrie für Vergütungsstähle
Spezielle Schneidegeometrie
Der Typ VG ist für vergütete und hitzebeständige Stähle mit Zugfestigkeiten bis ca. 1.200 N/mm² ausgelegt – Werkstoffe, die mit Standard-Gewindebohrern oft zu erhöhtem Verschleiß oder Werkzeugbruch führen. Die Besonderheit des Typ VG liegt nicht in einer Beschichtung, sondern in einer speziell angepassten Schneidengeometrie: Die Spanwinkel, die Nutform und die Anschnittlänge sind gezielt auf die hohen Schnittkräfte und das schwierige Spanverhalten dieser Werkstoffgruppe abgestimmt.
Der Typ VG wird unbeschichtet (blank) aus HSS-E (kobaltlegierter Schnellarbeitsstahl) gefertigt. Der bewusste Verzicht auf eine Beschichtung hat einen technischen Grund: Bei bestimmten hochfesten Werkstoffen kann eine Beschichtung kontraproduktiv sein, wenn die Haftung an den stark beanspruchten Schneidkanten nicht ausreicht. Die optimierte Geometrie allein sorgt hier für die nötige Leistung.
Empfehlung: Der Typ VG kommt dann zum Einsatz, wenn der Typ UNI an seine Grenzen stößt – bei Vergütungsstählen wie 42CrMo4, hitzebeständigen Stählen oder Stählen mit Zugfestigkeiten über 900 N/mm². Erkennbar am roten Ring.
Maschinengewindebohrer Typ GG – Weißring
TiCN beschichtet
Gusswerkstoffe wie Grauguss (GJL), Sphäroguss (GJS) und andere kurzspanende Materialien stellen besondere Anforderungen an den Gewindebohrer: Die Späne brechen kurz und abrasiv, die Schneidkanten werden stark beansprucht. Der Typ GG ist mit einer TiCN-Beschichtung (Titancarbonitrid) und einer speziell auf kurzspanende Werkstoffe abgestimmten Schneidegeometrie ausgestattet, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.
Die TiCN-Beschichtung hat eine markante blaugraue Farbe und erreicht eine Härte von ca. 3.200 HV bei einer Schichtdicke von 2–4 µm. Sie ist temperaturbeständig bis ca. 600 °C und bietet eine besonders hohe Abrasionsbeständigkeit – entscheidend bei der Bearbeitung von Gusswerkstoffen mit Zugfestigkeiten bis ca. 900 N/mm². Der Typ GG wird als geradegenuteter Gewindebohrer ausgeführt, da bei kurzspanenden Materialien keine gerichtete Spanabfuhr über Spiralnuten erforderlich ist.
Empfehlung: Für alle Gewindeschneidaufgaben in Grauguss, Sphäroguss und ähnlichen kurzspanenden Werkstoffen ist der Typ GG die erste Wahl. Erkennbar am weißen Ring.
Typ VA – Blauring | Vaporisiert für rost- und säurebeständige Stähle
Vaporisierte Oberfläche
Rost- und säurebeständige Stähle (VA-Werkstoffe, Edelstahl) gehören zu den anspruchsvollsten Materialien beim Gewindeschneiden. Sie neigen stark zu Kaltaufschweißungen – das Werkstückmaterial verschweißt unter den hohen Temperaturen und Drücken an den Schneidkanten des Gewindebohrers, was zu Aufbauschneiden, schlechten Oberflächen und erhöhtem Verschleiß führt.
Der Typ VA begegnet diesem Problem mit einer vaporisierten Oberfläche (Dampfanlassbehandlung). Die Vaporisierung erzeugt eine dünne Oxidschicht auf der Werkzeugoberfläche, die die Aufschweißfestigkeit deutlich erhöht und das Abreißen des Schmierfilms reduziert. In Kombination mit einer speziell auf VA-Werkstoffe abgestimmten Schneidengeometrie – angepasste Span- und Freiwinkel – ermöglicht der Typ VA prozesssicheres Gewindeschneiden in Edelstählen wie V2A (1.4301), V4A (1.4401), Duplex-Stählen und austenitischen Edelstählen mit Zugfestigkeiten bis 1.200 N/mm².
Empfehlung: Der Typ VA ist unverzichtbar für jeden Betrieb, der regelmäßig Gewinde in Edelstahl schneidet. Die Vaporisierung macht den entscheidenden Unterschied zwischen einem funktionierenden und einem scheiternden Prozess. Erkennbar am blauen Ring.
Anschnittformen, Gewindenormen und Sondervarianten
Das Farbring-System beantwortet die Frage nach dem Werkstoff. Ebenso wichtig ist die Wahl der richtigen Anschnittform – sie entscheidet, ob der Maschinengewindebohrer für Durchgangs- oder Sacklöcher ausgelegt ist:
| Anschnittform | Einsatz | Verfügbar in |
| Form B (gerade, Schälanschnitt) | Durchgangsbohrung | Alle Farbring-Typen + Standard, normübergreifend |
| Form C 35° RSP (Spirale) | Sackloch / Grundloch | Alle Farbring-Typen + Standard, normübergreifend |
| Form C 45° RSP | Sackloch in Aluminium | Typ ALU |
| Form C gerade (kurzer Anschnitt) | Beide, bei Kurzspanern | Typ GG + Standard |
Alle Farbring-Typen und Standard-Ausführungen sind in über 12 Gewindenormen verfügbar – darunter M, MF, BSW, BSP, UNC, UNF, UNEF, UN/UNS, NPT/NPTF, PG, RD und TR. In vielen Normen auch als Farbring-Typ Multi (TiAlN) oder VA (vaporisiert).
Darüber hinaus bietet Lubero folgende Sondervarianten:
Linksgewinde – in M und MF, mit Linksspirale (LSP) für Sacklöcher. Übermaß (6G) – für Bauteile vor Wärmebehandlung. Extra-lang – doppelte Gesamtlänge für tiefe Bohrungen. Innenkühlung (IK) – HSS-PM mit Hardlube, für CNC-Hochleistungszerspanung in Edelstahl und Titan. Einsatzgewindebohrer (EG-M) – für Drahtgewindeeinsätze. Kombigewindebohrer – Kernloch bohren und Gewinde schneiden in einem Arbeitsgang. Muttergewindebohrer – für die Serienfertigung von Muttern.
Warum Lubero Maschinengewindebohrer?
Lubero ist nicht nur Händler, sondern Hersteller – mit eigener Fertigung in Viernheim und fast 100 Jahren Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von Gewindewerkzeugen. Das macht sich an mehreren Stellen bemerkbar:
Eigene Fertigung in Deutschland – vom Rohmaterial bis zum fertigen, geprüften Werkzeug aus einer Hand. Volle Kontrolle über Qualität und Lieferzeit.
Farbring-System als Orientierungshilfe – sechs werkstoffoptimierte Typen, sofort erkennbar am farbigen Ring. Über 80 % aller Schneidaufgaben abgedeckt, ohne langes Suchen im Katalog.
Breites Standard- und Sonderprogramm – über 12 Gewindenormen ab Lager, dazu Linksgewinde, Übermaß, extra-lang, Innenkühlung und weitere Sondervarianten. Was nicht im Katalog steht, fertigen wir als Sonderanfertigung.
Über 98 % Lieferbereitschaft – dank intelligenter Logistik-Software sind nahezu alle Katalogartikel ab Lager verfügbar. Bestellungen werden in der Regel am nächsten Werktag versandt.
Technische Beratung durch Gewindespezialisten – feste Ansprechpartner, die Ihre Anwendung verstehen und bei der Werkzeugauswahl unterstützen. Von der Schneidstoffempfehlung bis zur Schnittdatenoptimierung.
Häufige Fragen zu Maschinengewindebohrern
Was sind Maschinengewindebohrer?
Maschinengewindebohrer sind Gewindeschneidwerkzeuge, die Innengewinde in einem einzigen Arbeitsgang maschinell erzeugen. Sie werden in Gewindeschneidmaschinen, CNC-Bearbeitungszentren, Standbohrmaschinen, Gewindeschneidarme oder Handbohrmaschinen eingespannt. Im Gegensatz zu Handgewindebohrern, die manuell mit einem Windeisen gedreht werden und in Sets (Vorschneider, Mittelschneider, Fertigschneider) geliefert werden, schneidet der Maschinengewindebohrer das fertige Gewinde in einem Durchgang.
Wo kommen Maschinengewindebohrer zum Einsatz?
Überall dort, wo Innengewinde maschinell hergestellt werden – in der industriellen Serienfertigung ebenso wie in der Einzelteilfertigung und im Handwerk. Typische Maschinen sind CNC-Bearbeitungszentren, Gewindeschneidarme, Stand- und Säulenbohrmaschinen sowie Handbohrmaschinen. Die Einsatzgebiete reichen vom allgemeinen Maschinenbau über die Automobilindustrie und Luft- und Raumfahrt bis zur Medizintechnik und Sanitärtechnik.
Was ist das Farbringsystem bei Maschinengewindebohrern?
Das Lubero Farbring-System ordnet jedem Maschinengewindebohrer über einen farbigen Ring am Schaft einen bestimmten Werkstoff-Einsatzbereich zu. Sechs Farben stehen für sechs werkstoffoptimierte Typen – jeweils mit einer eigenen Kombination aus Schneidstoff, Beschichtung und Schneidegeometrie. So erkennen Sie ohne Katalog oder Bestellnummer sofort, welcher Gewindebohrer für Ihren Werkstoff ausgelegt ist. Das System deckt über 80 % aller Schneidaufgaben ab.
Was sind die Vorteile des Einsatzes von Maschinengewindebohrern?
Maschinengewindebohrer erzeugen das Gewinde in einem einzigen Arbeitsgang, während Handgewindebohrer zwei bis drei Durchgänge benötigen. Die maschinelle Führung sorgt für eine gleichmäßigere Gewindequalität und höhere Wiederholgenauigkeit. Durch die höheren erreichbaren Schnittgeschwindigkeiten sind Maschinengewindebohrer zudem deutlich wirtschaftlicher in der Serienfertigung. Bei Handgewindebohrern liegt der Vorteil im flexiblen Einsatz ohne Maschine – etwa bei Montagearbeiten vor Ort oder in schwer zugänglichen Bereichen.
Wer sollte Maschinengewindebohrer verwenden?
Form B (gerade genutet, Schälanschnitt) ist für Durchgangslöcher ausgelegt – der Span wird nach vorne durch die Bohrung transportiert. Form C mit 35° Rechtsdrallspirale (RSP) ist für Sacklöcher und Grundlöcher konzipiert – die spiralförmigen Nuten fördern den Span nach oben aus dem Grundloch heraus. Die Wahl der Anschnittform ist neben dem Werkstoff die wichtigste Entscheidung bei der Werkzeugauswahl.
Wie wähle ich den richtigen Maschinengewindebohrer aus?
Die Auswahl erfolgt in drei Schritten: Zunächst den Werkstoff bestimmen – das Farbring-System zeigt Ihnen den passenden Typ. Dann den Bohrungstyp klären – Durchgangsloch (Form B) oder Sackloch (Form C 35° RSP). Zuletzt die Gewindenorm und -größe festlegen (M, MF, UNC, BSP etc.). Falls Sie unsicher sind, beraten unsere Gewindespezialisten Sie gerne bei der Auswahl – auch zur Schnittgeschwindigkeit und zum passenden Schmierstoff.
Bietet Lubero auch Maschinengewindebohrer für Linksgewinde an?
Ja. Lubero fertigt Maschinengewindebohrer für Linksgewinde in den Normen M und MF, in Form B (Durchgang) und mit Linksspirale (LSP) für Sacklöcher. Weitere Normen auf Anfrage. Linksgewinde kommen typischerweise bei Gegenlagern, Spannvorrichtungen und Sicherungsmuttern zum Einsatz.
Was tun, wenn kein Standard-Maschinengewindebohrer passt?
Lubero fertigt Sondergewindebohrer nach Ihren Vorgaben – nicht genormte Profile, Sondertoleranzen, Überlängen, individuelle Schäfte und Innenkühlung. Bereits ab Stückzahl 1, Lieferzeit ab 3–4 Wochen. Kontaktieren Sie uns mit Ihrer Zeichnung oder Anforderung

